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Rückschau
net:art | near in the distance 3


© Peter Schober
© Peter Schober
© Romana Cravos
© Romana Cravos

Alle Fotos wurden bei net:art | near in the distance 3 aufgenommen (Linz, Juni 2017).

"Performing arts over advanced networks" lautet die derzeit übliche Definition für net:art - eine neue Präsentationsform von darstellender Kunst, die eine eigenständige Kunstform werden soll. Seit mehreren Jahren beschäftigt sich eine internationale Community mit diesem Thema. Eines der Hauptwerkzeuge für net:art sind Hochleistungs-Datennetze, wie sie von nationalen und internationalen Wissenschaftsnetzen zur Verfügung gestellt werden. Gleichermaßen wichtig sind spezielle Technologien für qualitativ hochwertige Datenübertragungen in Echtzeit.

Digitalisierung bedeutet in diesem Fall nicht Reduzierung, sondern maximale Ausweitung der Möglichkeiten, die modernste Technologien dem gesamten Produktionsteam bieten. Dabei geht es weniger um "schneller, höher, stärker" als vielmehr um "näher".

Die Produktion net:art | near in the distance 3 wurde am 1. Juni 2017 im Brucknerhaus Linz zweimal aufgeführt: Auf eine 30-minütige Kurzperformance für TeilnehmerInnen der TNC17, der größten Wissenschaftsnetz-Konferenz Europas, folgte eine 80-minütige Performance für das öffentliche Publikum. In Summe besuchten mehr als 400 Personen die Aufführungen im Brucknerhaus.

  • Beide Performances wurden live gestreamt (mit rund 350 ZuseherInnen aus 26 Ländern) und sind nun als Videos verfügbar. Wir bedanken uns sehr herzlich bei der mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien für die Bearbeitung!

  • Ebenfalls hochinteressant ist das Making-of-Video von Kòniclab, unserem Projektpartner in Barcelona.

  • Die Fotogalerie bietet Einblicke in die verschiedenen Veranstaltungsorte bzw. Backstage-Bereiche in Linz, Barcelona, Prag und Rom.

  • Die detaillierte Darstellung (nur Englisch) aller beteiligten KünstlerInnen, TechnikerInnen und Kooperationspartner vermittelt Interessierten einen vollständigen Überblick über diese Produktion.

Wie schon bei der net:art-Produktion im Jahr 2015 konnten auch bei netart | near in the distance 3 wieder mehrere internationale Veranstaltungsorte über Hochleistungsdatennetze erfolgreich verbunden werden. Erstmals wurde jedoch mit zwei unterschiedlichen Low-Latency-Übertragungstechnologien in einer Performance gearbeitet.

Ein wichtiges Anliegen ist die Einbeziehung von KünstlerInnen, die sich an Orten befinden, an denen nur vergleichsweise geringe Bandbreiten verfügbar sind. Diesmal sollten zwei KünstlerInnen über herkömmliche Technologien angebunden werden. Die Verbindung mit dem Perkussionisten Prathamesh Kandalkar aus Mumbai konnte knapp vor der Performance nicht mehr hergestellt werden, die akustische Übertragung der Sounds von Antye Greie-Ripatti in Hailuoto/Finnland ist aber wie geplant gelungen.

Eine Produktion dieser Größenordnung erfordert eine lange Vorbereitungsphase: Veranstaltungsorte mit entsprechenden Anbindungen zu suchen, KooperationspartnerInnen zu finden, Teams zu bilden etc. ist immer wieder eine Herausforderung, wird jedoch mit zunehmender Etablierung dieser Kunstform immer einfacher werden.

Als mittelfristiges Ziel ist vorgesehen, alle kooperierenden Veranstaltungsorte zu Hauptbühnen zu machen, an denen Publikum eingebunden wird.